Erlebnistour

Nachfolgende Erlebnistour wurde bereits vor 20 Jahren von der Wandergruppe Großefehn ehrenamtlich erarbeitet. Diese Erlebnistour kann jetzt noch bei der Touristinfo Großefehn gebucht werden.

Sie können auch auf eine individuelle Reiseberatung unseres Mitglieds Gabi Crepaz-Ruhr 04943/924270 zurückgreifen.

Per Pedes, Paddel und Pedal: Von Leer zum Meer

Ein Abenteuer beginnt
Wenn die roten Schlussleuchten des Intercity-Zuges im Bahnhof von Leer Richtung Emden verschwinden, fängt für uns ein Abenteuer an. Von Leer zum Meer auf einer Route, die es noch in keinem Wanderführer zu finden gibt: Mühlen, Kanäle und weiße Klappbrücken erwarten uns, Warftendörfer, Häuptlingsburgen, der Störtebekerturm, endloses Moor, Deiche, die Küste und die Nordseeinsel Baltrum. Auch ein Abstecher zu den Seehundbabys in Norddeich steht auch auf dem Programm. Nicht etwa eine PS-starke Benzinkutsche, sondern die Beine, das Fahrrad und ein Paddelboot sind unsere umweltfreundlichen Fortbewegungsmittel für die nächsten Tage. Und das Gepäck reist separat – damit die Sache nicht zu strapaziös wird.

Eine Perle an der Ems
Leer – das „Tor Ostfrieslands“ an der Ems. Mit Seehafen und alten Backstein-Fassaden im Stil des niederländischen Frühbarocks. Knipsmotiv im Superlativ: Wie sich das Backstein-Rathaus und die Waage im Hafenbecken spiegeln! Die Fußgängerzone mit Treppengiebelhäusern aus längst vergangener Zeit. Das Haus „Samson“ aus dem 17. Jahrhundert. Ein Trip zur Haneburg oder zur  Evenburg in Loga. Nur ein Katzensprung ist es von Leer bis nach Logabirum, wo die 1895 für Jan Gerards Eiklenborg gebaute Windmühle steht, die trotz ihres gesetzten Alters noch voll funktioniert. Bei einer Tee-Zeremonie gibt’s Unterricht in alter Mühlentechnik, und übernachtet wird im Müllerhaus.

Auf ins Fehntjer-Land
Per Stahlross geht’s am nächsten Tag auf der Deutschen Fehnroute durch Jheringsfehn und entlang der Moor-Kanäle und Wieken bis nach Großefehn. Station ist am Timmeler Meer. Gleich fünf Galerie-Holländer sind im 5-Mühlen-Land zu besichtigen, alle noch gängig und eine schöner als die andere. Bei Müllermeister Steenblock in Spetzerfehn wird noch gewerblich per Windkraft gemahlen, und wenn er beim „Döntjes-Erzählen“ an seinen Hosenträgern schnippt, steigt stilecht Mehlstaub auf. Auf der „Antje“ am Großefehnkanal, einem ehemaligen Torfschiff, gibt’s Ostfrieslands beste Pfannekuchen – der mit Pilzen ist ein Geheimtip! „Schiff ahoi“ heißt es am nächsten Tag, denn jetzt wird das Fehntjer-Land vom Paddelboot aus bewundert. Unterricht und Probepaddeln gibt’s auf dem Timmeler Meer. Das reicht allemal zum „Paddelführerschein“. Das Fehntjer Tief, die Flumm-Niederungen – einmalig in Europa!        

Die Kinderstube der Ozean-Liner
In Rorichum geht es dann wieder auf die Räder. Einmal den Emsdeich hoch, Richtung Emden, und schon sind wir am Emssperrwerk - das Erlebnis, wenn vielleicht gerade ein Riesenpott von der Meyer-Werft in Papenburg Richtung Nordsee schwimmt. Die Seehafenstadt Emden ist unser nächstes Ziel: Das Ratsdelft mit den Museumsschiffen und das Otto-Huus von Blödelotto mit dem Riesenottifanten, der gerade durch die Hausfassade bricht, die größte Kesselschleuse Europas und die Kunsthalle Emden mit Werken der klassischen Moderne. Der Alte Mann und das Meer Immer nur am Deich entlang geht’s bis zur Bronzestatue vom Alten Fritz am Knock, der sinnend auf seine westlichste Provinz blickt – Ostfriesland war ja mal preußisch! Von hier aus kann man bis nach Rysum blicken. Das ganze Dorf liegt auf einer Warft. „Spieglein, Spieglein, an der Wand – wo ist das schönste Dorf im Land?“. Rysum mit den blankgeputzten Ringstraßen, den schnuckeligen Vorgärten der Häuser mit Schmuckfassaden, der Kirche und der mächtigen Mühle ist bestimmt ein würdiger Anwärter. Tee und selbstgebackenen Kuchen gibt’s im Müllerhaus – köstlich!

Häuptlinge in Ostfriesland
In Groothusen machen wir Halt an der besterhaltenen Häuptlingsburg, der Osterburg, und begutachten die Ahnengalerie der ostfriesischen Häuptlinge. Nur einige Pedaltritte weiter sehen wir schon Pewsum mit der dreistöckigen Galerie-Holländer Mühle und einem Mühlenmuseum. Beeindruckend ist auch die Mannigaburg aus dem Jahre 1458, umgeben von einem Burggraben und mit einem kargen Minigefängnis im Torhaus – wer hier wohl schmachten musste? Richtung Marienhafe führt jetzt die Radroute, direkt zum Störtebekerturm, wo einst der bekannteste aller Seeräuber mit seinen Genossen gehaust hat. Bis hierhin reichte früher die Küste - der Kirchturm stand direkt am Hafen. Von der Turm-plattform hat man einen prachtvollen Ausblick über die Marsch bis zu den Deichen der Nordsee. Durch’s Moor bis zum Ewigen Meer und weiter zur Schweindorfer Mühle führt uns dann der Weg. Hier wird Quartier gemacht -  mit „Mühlengeist“ und grauslichen Spukgeschichten. Dorum ist das Ziel des nächsten Tages. Ein Schmuckstück ist die Norderburg, ein Wasserschloss mit Rittersaal und Galerie, früher eine Häuptlingsburg. Das ist was für’s Auge! In Dorum essen wir „Fisch satt“, und hier wird genächtigt, bevor es nach Baltrum geht.                

Deiche, Wellen weißer Strand
In Neßmersiel heißt es nämlich Abschied nehmen von den Rädern und „Schuhe aus“, denn der Wattführer will uns bei Ebbe auf dem Meeresboden bis zur kleinsten und feinsten der sieben Inselschwestern führen. Zwei Tage Ruhe, Strand, Dünen und Sand, alle viere von sich strecken und sich einen lauen Lenz machen. Baden, flanieren und in nur zwei Stunden die ganze Insel umrunden. Per Fähre geht es zurück ans Festland und von dort per Pedes immer nur auf dem Deich entlang bis nach Norddeich. In der Seehundstation besuchen wir die kleinen Heuler, und wer will, kann im größten und schönsten Erlebnisbad an der Küste noch einmal ins Nordseewasser tauchen, bevor wir in Norddeich-Mole wieder in den Intercity Richtung Heimat steigen.

Die geführte 8-Tage-Tour per Pedes, Paddel und Pedal beinhaltet sieben Übernachtungen mit Frühstück in gemütlichen, aber urigen Quartieren – Mühlen, Trekking-Hütten und Pensionen.

Übersichtskarte "Von Leer zum Meer"

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